XAVIER DOLAN: EINFACH DAS ENDE DER WELT

Ein Theaterstück über eine dysfunktionale Familie, die seit Jahren das erste Mal wieder zusammentrifft. Es geht kaum Unfilmischer. Aber Xavier Dolan macht aus Einfach das Ende der Welt ein rein filmisches, sinnliches Erleben. Mehr dazu in meiner ausführlichen Kritik für filmosophie.com.

© Weltkino Filmverleih
© Weltkino Filmverleih

„Louis (Gaspard Ulliel) schaut aus dem Autofenster. Neben ihm lässt sein älterer Bruder Antoine (Vincent Cassel) eine seiner berüchtigten Tiraden vom Stapel. Es hat keinen Sinn ihm ins Wort zu fallen. Und so schaut Louis einfach aus dem Fenster, während Antoine das Auto immer schneller durch die grüne Provinz steuert. Auf den Scheiben reflektiert rast die Umwelt an ihm vorbei, die verwaschenen Schemen von Bäumen, Strom-Masten, Gebäuden, dem Himmel.

Louis, der Theaterautor, war seit zwölf Jahren nicht mehr zuhause. Nun ist er heimgekehrt, sterbenskrank. Um seiner Familie zu sagen, dass der Tod kommen wird, unausweichlich. Mit Einfach das Ende der Welt hat Xavier Dolan auf dem Filmfestival von Cannes im Mai 2016 den Grand Prix der Jury gewonnen, den zweitwichtigsten Preis. Und zugleich wurde er von einem Großteil der Kritik böse verrissen, ohne das je so richtig klar wurde, wieso eigentlich. Außer für den Punkt, dass er trotz seines jungen Alters bereits seinen Stil gefunden zu haben scheint. Einfach das Ende der Welt ist eigentlich ein Theaterstück, das der AIDS-kranke Jean-Luc Lagarce geschrieben hat. Ein Stück über die unmögliche Kommunikation zwischen Familienmitgliedern. Über Konflikte, die sich in jahrelanger intimster Koexistenz aufgebaut und in jahrelanger Abwesenheit und Entfremdung vertieft haben. Ein Stoff, der nach erklärenden Dialogen schreit. Völlig unfilmisch…“

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