JIM JARMUSCH: PATERSON

Wieder schaut die Kamera von oben auf ein Bett, in dem ein Paar liegt. Aber diesmal dreht sie sich nicht um 360° und es sind auch keine Vampire. Ja, nicht einmal ein Wecker klingelt. Paterson ist vielleicht Jim Jarmuschs unaufgeregtester Film. Eine kleine Feier des Alltags. Wieso wir genau das manchmal brauchen – mehr dazu in meiner Kritik für filmosophie.com.

© Weltkino Filmverleih
© Weltkino Filmverleih

„…Es ist Fluch und zugleich auch manchmal Glück, dass sich diese Beschreibung mit ein paar kleinen Wortverschiebungen zur Gänze umkehren lässt. Dann ist Paterson der Alltagsheld, der bescheidene Poet. Und sie die ich-bezogene Sozialschmarotzerin. Eine Kamera urteilt nicht über Lebensentwürfe, über äußeren Anschein. Es ist die Person die sie führt. In der street photography ist das deutlich bemerkbar: manchmal wirkt sie je nach Fotograf zurückgenommen beobachtend, manchmal ausbeuterisch invasiv. In letzterem Fall wären die Bilder ohne Personen manchmal stärker. Dann ginge es um die persönliche Wahrnehmung eines Ortes, einer Straße. Jim Jarmusch betreibt in seinem Film Paterson kinematographische street photography im angenehmsten Sinne. Es scheint, als filme er nicht Adam Drivers Figur auf dem Weg zur Arbeit. Es scheint, als filme er die Straßen Patersons, durch die gerade zufällig jemand läuft. Es scheint, als filme er nicht eine Figur beim Busfahren. Sondern als filme er einen Bus, der durch Paterson fährt. Ansichten der Straßen spiegeln sich in den blanken Fensterscheiben. Leere Bänke sind im Bild zu sehen, bevor plaudernde Kinder sich darauf niederlassen. Die Füße eines kleinen Jungen baumeln zwei Zentimeter über dem Boden. Rebellische Studenten unterhalten sich über den Anarchisten Bresci, der hier einst lebte, bevor er den italienischen König ermordete. Paterson schmunzelt über die Flirtversuche der Halbstarken auf der Bank hinter sich und grüßt den entgegenkommenden Busfahrer…“

Weiterlesen könnt ihr hier.

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