NEWS-FLASH DER WOCHE #061

Ist gekauft:

Fundstück der Woche: der  zweiminütige Kurzfilm Match de Prestidigitation von Georges Méliès wurde in einem tschechischen Filmarchiv in einer falsch beschrifteten Filmdose entdeckt. Der 1904er Streifen war lange endgültig verloren geglaubt.

Heimlich still und leise hat Darren Aronofsky seinen neuen Spielfilm mit Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Domhnall Gleeson und Michelle Pfeiffer über unerwünschte Gäste im Haus eines Paares abgedreht. Noch besser: fast durchgängig wurde auf analogem 16mm-Material gefilmt. Für die Musik zeichnet der Isländer Jóhann Jóhannsson verantwortlich, der auch gerade erst den wunderbaren Arrival vertonte.

Jake Gyllenhaal übernimmt die Hauptrolle im Drama The Helicopter Heist über den ersten Raubüberfall in Schweden, bei dem ein Hubschrauber zum Einsatz kam. Derzeit bemüht sich Netflix um die Rechte an dem Stoff.

Sean Durkins Joplin steht schon lange im Raum, so wie alle andere Pläne zu Janis Joplin-Biopics aus denen nichts wurde. Jetzt gibt es wieder eine Darstellerin, die sich an die Titelrolle wagt: Michelle Williams steht in Verhandlungen und ich drücke alle vorhandenen Daumen.

Wun-der-bar: Regisseur Tom Harper (Peaky Blinders) und Drehbuchautor Jack Thorne (Harry Potter And The Cursed Child) arbeiten gemeinsam an The Aeronauts, einem Drama über die Heißluftballonfahrer des 19. Jahrhunderts. Grob soll es darin um ein Paar gehen, das höher hinaus will als alle anderen. Alle weiteren Informationen werden noch unter Verschluss gehalten.

Ciro Guerra (Der Schamane und die Schlange) und Mark Rylance tun sich zusammen um J.M. Coetzees Buch Waiting for the Barbarians auf die große Leinwand zu bringen. Rylance wird einen Magistrat spielen, der am Imperialismus zu zweifeln beginnt, dem er selbst dient.

Abbas Kiarostamis Regie-Assistent Seifollah Samadian arbeitet an einem Dokumentarfilm über Kiarostamis 20 Jahre auf dem Filmfestival von Cannes.

Sechs Jahre sind seit Poetry vergangenen. Ab dem kommenden Monat dreht der Südkoreaner Lee Chang-Dong nun endlich wieder einen neuen Film: einen Mysterythriller, in dem sich die Geschichte einer Frau mit einem armen und einem reichen Mann verwebt.

Noch eine Nacht drüber schlafen:

Clint Eastwood ist derzeit nicht zu bremsen. Kaum ist die Arbeit an Sully abgeschlossen, hat er sich die Rechte an den Memoiren Impossible Odds von Jessica Buchanan gekrallt, die im Jahre 2011 93 Tage lang von somalischen Piraten als Geisel gehalten und schließlich vom Seal Team Six gerettet wurde. Ähnlich produktiv ist François Ozon, der gerade seinen 17. Spielfilm mit Marine Vacth und Jérémie Renier plant: Amant double erzählt von der depressiven Chloe, die sich in ihren Psychotherapeuten verliebt und mit ihm zusammenzieht – um bald darauf festzustellen, dass er ein Teil seines Lebens vor ihr geheim gehalten hat.

Bob Dylan hat den Nobelpreis für Literatur gewonnen. Auch darüber hätte man meinetwegen noch eine Nacht länger schlafen können, obwohl ich Dylan sehr mag. Keyframe Daily fasst zusammen.

Luke Evans, Bella Heathcote and Rebecca Hall drehen gerade Professor Marston and The Wonder Women, ein Biopic über den Erfinder der Comic-Heldin Wonder Woman. Penélope Cruz und Javier Bardem stehen derweil nicht nur für Asghar Farhadis nächsten Film gemeinsam vor der Kamera, sondern auch für Fernando León de Aranoas Biopic Escobar.

Bei einem Fan-Event hat J.K. Rowling verraten, dass die ursprünglich geplante Trilogie um Fantastic Beasts and Where To Find Them sich zu insgesamt fünf Filmen ausweiten wird. Spannend ist nun die Frage, ob die Eddie Redmayne-Filme, die vor den Geschehnissen aus der Originalreihe angesiedelt sind, diese irgendwann auf dem Zeitstrahl einholen werden.

Endlich ist ein Regisseur für Letters from Rosemary gefunden, den mit Emma Stone besetzten Film über Rosemary Kennedy: der Tony-prämierte Theaterregisseur Sam Gold wagt sich dafür hinter die Kamera.

Tommy Wiseau (The Room, genau der) tut sich erneut mit Greg Sestero für einen Film namens Best F(r)iends zusammen, ein Roadmovie. Einen ersten Trailer für das Projekt gibt es hier zu sehen.

David Gordon Green versucht es mal wieder mit einem seriellen Format und dreht für den Streaming-Service Seeso von NBC Universal die Comedyserie There’s… Johnny! über zwei Personen, die in den 1970ern hinter den Kulissen der Tonight Show With Johnny Carson arbeiten. Bisher gibt es grünes Licht für acht Episoden.

Auf dem Lumière Festival in Lyon hat Quentin Tarantino verraten, dass er gerade mitten in den Recherchen zu einem neuen Projekt stecke und sich dafür besonders mit dem Jahr 1970 auseinandersetze. Dabei müsse es sich allerdings nicht zwingend um einen Film handeln.

Jennifer Hudson und Kelvin Harrison stehen ab dieser Woche für das Indiedrama Monster am Set, das Spielfilmdebüt des bisherigen Musikvideo-Regisseurs Anthony Mandler. Neu an Bord des Voice-Casts des Animationsfilms EmojiMovie: Express Yourself sind James Corden und Ilana Glazer. Justin Theroux gesellt sich im letzten Augenblick zu Duncan Jones‘ Mute und Boyd Holbrook ersetzt Benicio del Toro in Shane Blacks The Predator.

Maus-Haus: Auch Aladdin bekommt von Disney die Live Action-Behandlung und Guy Ritchie hat bereits als Regisseur zugesagt. Disneys The Nutcracker begrüßt unterdessen Miranda Hart (Spy – Susan Cooper Undercover) neu im Cast. Zu guter Letzt hat Disney diese Woche auch noch angekündigt einen Don Quixote-Film zu produzieren.

Nach Don’t Breathe plant Horror-Darling Fede Alvarez nun Incognito, eine Noir-Superhelden-Comicverfilmung.

Fuck 2016:

Der polnische Regisseur Andrzej Wajda ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Erst vor wenigen Wochen hatte sein letzter Film Afterimage in Toronto Premiere gefeiert. Er geht nun für Polen ins Rennen um den Auslands-Oscar. Keyframe Daily hat Nachrufe und Details zusammengetragen.

Michel Gondrys Drama Vergiss mein Nicht! mit Kate Winslet und Jim Carey wird nun wie so viele Filme zu einer TV-Serie ausgewalzt. Muss eigentlich nicht sein.

Nach der Komödie Bad Moms hat STX Entertainment nun einen Nachfolger namens Bad Dads für 2017 angekündigt. Well… point missed entirely.

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