NEWS-FLASH DER WOCHE #059

Immer ein Grund zur Freude:

I Am Not Madame Bovary von Feng Xiaogang hat auf dem Filmfestival von San Sebastián den Hauptpreis gewonnen. Als Bester Regisseur wurde außerdem der Koreaner Hong Sang-Soo für das Drama Yourself and Yours ausgezeichnet. Apropos: das wurde langsam Zeit! Mit Right now, wrong then kommt noch in diesem Jahr erstmals ein Film von Hong Sang-Soo in die deutschen Kinos.

Im kommenden Monat wird Terrence Malick einen seiner extrem seltenen öffentlichen Auftritte im Princeton Garden Theatre haben und über Roberto Rossellinis Journey to Italy sprechen. Heimlich, still und leise scheint mittlerweile aber auch der Cast für seinen nächsten Film Radegund festzustehen. Mit dabei sind unter Anderem Matthias Schoenaerts, Bruno Ganz, August Diehl, Jürgen Prochnow und Sophie Rois. Offiziell bestätigt wurde noch nichts.

Als wäre es nicht schon spannend genug, dass Paul Dano mit Wildlife sein Regiedebüt gibt. Jetzt hat er die Hauptrollen auch noch mit Jake Gyllenhaal und Carey Mulligan besetzt. Es geht um einen Jugendlichen, der versucht die zerbrechende Ehe seiner Eltern zu verarbeiten.

Noch ein Regie-Erstling: mit Lost in London wird Woody Harrelson seinen ersten Film drehen, der komplett in der britischen Hauptstadt spielt. Mehr Infos werden derzeit noch unter Verschluss gehalten.

Auch alte Hasen drehen neue Filme: Nuri Bilge Ceylan wagt sich als nächstes an ein Drama namens Le poirier sauvage über einen Schriftsteller mit finanziellen Problemen und Mia Hansen-Love wird in Maya von einer Reporterin erzählen, die man in Syrien festhält. Olivier Assayas hofft sein altes Projekt Idol’s Eye wiederbeleben zu können, Sam Mendes übernimmt Todd Fields Film Beautiful Ruins. Und Lee Daniels plant ein Musical, basierend auf seinem eigenen Leben.

Alejandro González Iñárritu wagt sich unterdessen in Virtual Reality-Gefilde vor und dreht einen entsprechenden Kurzfilm über Einwanderer an der US-mexikanischen Grenze. Emmanuel Lubezki übernimmt die Kameraarbeit.

Rachel Weisz übernimmt die Hauptrolle in der Literaturverfilmung Disobedience über eine Frau, die in ihr jüdisch orthodoxes Heim zurückkehrt. Sie wird bei dem Projekt auch als Produzentin fungieren. Sebastian Lelio führt Regie.

Brady Corbet konnte Rooney Mara für sein Drama Vox Lux über einen Popstar des 21. Jahrhunderts gewinnen. Den Soundtrack steuert die Musikerin Sia bei. Und die wunderbare Kiersey Clemons konnte sich eine der Hauptrollen in Marc Webbs nächstem Film The Only Living Boy In New York schnappen.

Nach Nightcrawler arbeitet Dan Gilroy endlich wieder an Inner City, einem Thriller-Drama-Mix mit Denzel Washington. Letzterer bringt im Übrigen gerade auch in Zusammenarbeit mit Antoine Fuqua The Equalizer 2 auf den Weg.

Whoopi Goldberg plant nach einem Dokumentarfilm nun auch ihren ersten Spielfilm als Regisseurin: er soll wiederum auf dem Dokumentarfilm The Untold Story of Emmett Louis Till von Keith A. Beauchamp basieren. Markees Christmas (Morris from America) soll die Hauptrolle spielen.

Mindy Kaling hat ein Drehbuch über die Verwicklungen hinter den Kulissen einer Late-Night-Show geschrieben und wird im entsprechenden Film gemeinsam mit Emma Thompson vor der Kamera stehen. Und dann ist da noch David Mamet, der sein eigenes 1988er Bühnenstück Speed-The-Plow auf die große Leinwand bringt.

Talente hinter der Kamera: Phil Lord und Chris Miller haben für ihr Han Solo-Spinoff den Newcomer Bradford Young (Ain’t them Bodies Saints) als Kameramann verpflichtet und Alfonso Cuarón arbeitet für sein in Mexiko angesiedeltes 70er Jahre-Familiendrama einmal mehr mit Emmanuel Lubezki zusammen.

Ein Grund für gesunde Skepsis:

Na, da hätte ich mir schon einen anderen Regisseur gewünscht. Einen mit mehr Kante, mehr Virtuosität. Aber nun verfilmt Fatih Akin den Bestseller Der Goldene Handschuh von Heinz Strunk.

Real Life-Adaptionen sind nicht totzukriegen: Mark Wahlberg tut sich mit David O. Russell zusammen, um ein Biopic über den Football-Spieler und späteren Priester Father Stuart Long zu drehen. Jared Leto übernimmt hingegen die Hauptrolle im Biopic Warhol und wird dabei auch als Produzent fungieren. Und Julia Robert wird in Framed Kelli Peters verkörpern, die zum Opfer einer Schmierenkampagne anderer Eltern wurde und so beinahe wegen Drogenbesitzes hinter Gitter gegangen wäre. Michael Gambon und Olivia Williams haben hingegen für Victoria and Abdul von Stephen Frears zugesagt. Jonathan Teplitzky (The Railway Man) verfilmt die Geschichte des britischen Soldaten Simon Weston, der im Krieg mit den Argentiniern auf den Falklandinseln ein Bombardement nur unter schwersten Verbrennungen überlebte. Ray Gideon und Bruce Evans arbeiten derzeit an einem Biopic über Roy Orbison.

Für das Indiedrama Home Again mit Reese Witherspoon hat sich ein hochkarätiges Ensemble zusammengefunden: Michael Sheen, Nat Wolff und Lake Bell sind mit an Bord bei der Geschichte um eine frisch geschiedene Mutter, die nach L.A. zieht und dort drei junge Männer in ihre WG aufnimmt.

Daisy Ridley und Elizabeth Debicki sind neu an Bord des Live-Action/Animations-Mix Peter Rabbit. Forrest Whitaker, Garrett Hedlund und Tom Wilkinson komplettieren den Cast des Dramas Burden. Viola Davis hat für den Heist-Film Widows von Steve McQueen unterschrieben. Für das Indiedrama Movie Nr. 1 werden Mirandy July, Molly Parker und die Newcomerin Helena Howard vor der Kamera stehen. Johnny Depp und Michelle Pfeiffer werden in Kenneth Branaghs Murder on the Orient Express ihr Wiedersehen feiern, dazu kommen Daisy Ridley, Judi Dench und Michael Peña. Suki Waterhouse gesellt sich zu Ansel Elgort im SciFi-Drama Jonathan und Michael Shannon hat für The Current War zugesagt.

Amazon hat sich Mike Whites Dramödie Brad’s Status gesichert, in der Ben Stiller einen Karrieretypen spielt, der sich ständig nur obsessiv mit seinen alten Klassenkameraden vergleicht.

Cary Fukunaga gibt sein Serienprojekt The Alienist an Jakob Verbruggen ab und widmet sich als nächstes dem Alexandre Dumas-Biopic The Black Count.

Nach The Jungle Book wird Jon Favreau wohl noch einen zweiten Live-Action-Film für Disney drehen. Allem Anschein nach interessiert er sich für die neue Version von Der König der Löwen.

Grund zur Trauer:

Da ist uns etwas Spannendes entgangen. Berichten zufolge hatte Michael Cimino vor seinem Tod noch vor einen Film mit der Popsängerin Taylor Swift zu drehen.

Der Horror-Regisseur Herschell Gordon Lewis, der sogenannte Godfather of Gore, ist am Montag im Alter von 87 Jahren gestorben. Sein 1963 entstandener Streifen Blood Fiest gilt als erster Splatterfilm.

Leave A Comment

Related Posts