MEIN BERLINALE PANORAMA 2016

Ich schreibe diesen Text zwei Tage bevor die Berlinale offiziell startet. Gefühlt stecke ich aber schon seit Ewigkeiten mitten drin. Sechsunddreißig Filme aus dem diesjährigen Programm der Sektion Panorama habe ich bis dato gesehen, Manche sehr gern, Manche in der Hoffnung, sie schnell wieder zu vergessen. Über Viele habe ich nachgedacht, über Manche geschrieben. Was bisher fehlt: pure Begeisterung. Das Gefühl, aus einem Film herauszugehen und uneingeschränkt sagen zu können: „das ist ein Publikumspreis.“ Oder: „Daran werde ich mich auch in einem Jahr noch gern erinnern.“ Im letzten Jahr war The Second Mother von Anna Muylaert so ein Film, und auch in diesem Jahr ist die Regisseurin wieder vertreten. Ich hoffe auf ihren Film. Und auf den Wettbewerb. Und auf das Forum Expanded, einer von mir bisher unbeachteten Sektion, die ich diesmal dank eines Forschungsseminars an der Uni besuchen muss (was mir aufgrund der vielen terminlichen Überschneidungen Kopfschmerzen bereitet).

Über die Berlinale 2016 wurde schon im Vorfeld viel geschrieben. Über die Jury-Präsidentin Meryl Streep, die zwar zweifellos anbetungswürdig, aber vielleicht auch ein bisschen zu mehrheitsfähig ist, um in ihrer verantwortungsvollen Position mutige Entscheidungen zu treffen. Über eine Retrospektive, die von vielen als zu kanonlastig empfunden wird. Über den Wettbewerb, in den es kaum deutsche Filme geschafft haben. Über das achtstündige Werk von Lav Diaz, das den Stundenplan der Berufsfestivalgänger sprengt.

Ich habe beschlossen, ich werde mich zurücklehnen soweit es möglich ist und die Welle über mir brechen lassen. Ohne spezifische Erwartungen in das Festival gehen und schauen, was mich erwartet. Versuchen, gegen die übermächtige Müdigkeit zu kämpfen. Und hier nach und nach meine Kritiken in der nachfolgenden Liste verlinken.

Mein Berlinale-Panorama 2016

Grüße aus Fukushima von Doris Dörrie
Les Premiers, Les Derniers von Bouli Lanners
El Rey del Once von Daniel Burman
Der Ost-Komplex von Jochen Hick
Uncle Howard von Aaron Bruckner
Nakom von Kelly Daniela Norris & TW Pittman
Maggie’s Plan von Rebecca Miller
The Ones Below von David Farr
Kater von Händl Klaus
Théo et Hugo dans le même bateau von Olivier Ducastel & Jacques Martineau
La helada negra von Maximiliano Schonfeld
Aloys von Tobias Nölle
Remainder von Omer Fast
Sufat Chol (Sand Storm) von Elite Zexer
Ranenyy Angel (The Wounded Angel) von Emir Baigazin
Goat von Andrew Neel
Don’t Blink – Robert Frank von Laura Israel
Hotel Dallas von Livia Ungur & Sherng-Lee Huang
Inside the Chinese Closet von Sophia Luvarà
Já, Olga Hepnarová von Petr Kazda & Tomas Weinreb
S on Strane von Zrinko Ogresta
La Route d’Istanbul von Rachid Bouchareb
Starve Your Dog von Hicham Lasri
Junction 48 von Udi Aloni
Antes o tempo nao acabava von Fábio Baldo & Sérgio Andrade
Aquí no ha pasado nada von Alejandro Fernández Almendras
San Fu Tian von Jordan Schiele
Europe, She Loves von Jan Gassmann
Wu Tu von Fan Jian
Zona Norte von Monika Treut
Mapplethorpe: Look at the Pictures von Randy Barbato & Fenton Bailey
Indignation von James Schamus
Little Men von Ira Sachs
Lantouri von Reza Dormishian
Jonathan von Piotr J. Lewandowski
WEEKENDS von Lee Dong-ha

Weitere Kritiken:

Hail, Caesar! von Joel & Ethan Coen
Homo Sapiens von Nikolaus Geyrhalter
Invention von Mark Lewis
Fuocoammare von Gianfranco Rosi
Cartas da Guerra von Ivo M. Ferreira
Death in Sarajevo von Danis Tanovic
Soy Nero von Rafi Pitts
Chi-Raq von Spike Lee
Des nouvelles de la planète Mars von Dominik Moll
Royahaye Dame Sobh (Starless Dreams) von Mehrdad Oskouei
Zjednoczone stany miłości (United States of Love) von Tomasz Wasilewski
The Lovers and the Despot von Rob Cannan & Ross Adam

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