TRAILERSHOW: MEINE HIGHLIGHTS VOM PORNFILMFESTIVAL 2015

© Katrin DoerksenDer Fluch hat mich einmal mehr ereilt: tagelang auf einem Festival unterwegs zu sein und am Ende trotzdem nicht die Gewinnerfilme gesehen zu haben. Das Pornfilmfestival hat nichts zu tun mit Ekeltypen, die in voyeuristisch-übergriffiger Absicht unter ihren fettigen Haaren in der letzten Reihe sitzen und glotzen. Es hat auch nichts zu tun mit körperlicher Mainstream-Perfektion, stereotypen Sex-Sells-Verkaufsargumenten oder dem Sexismus, den Alice Schwarzer noch immer mit Pornografie assoziiert. Das 10. Pornfilmfestival war vielmehr ein Fest der Vielfalt, der Freiheit, der individuellen Sexualität. Das zeigt allein schon die Bandbreite seiner gezeigten Filme: eine Retrospektive mit Gayporn aus den 70er Jahren, ein Schwerpunkt zum Thema Sex und Behinderung, nachdenkliche Dokus und sex-positive Hybride aus Spielfilm, Doku und Experiment, eine Feier der unbeschwerten Körperlichkeit, ohne dabei den Geist zu vergessen.

So viel wie ich wollte, konnte ich auf dem 10. Pornfilmfestival leider nicht sehen – die Uni, die reguläre Arbeit und noch ein paar andere Verpflichtungen kamen dazwischen. Aber ein paar Favoriten waren trotzdem mit dabei. Und die gibt es hier in einer kleinen Trailershow im Überblick.

When We Are Together, We Can Be Everywhere von Marit Östberg

Ausgerechnet einer meiner Lieblingsfilme des Festivals verfügt allem Anschein nach über keinen Trailer. Ein Film darüber was passiert, wenn ein Paar neu nach Berlin kommt und sich auf die Suche nach sicheren queeren Räumen begibt. Hier geht es zur Website der Regisseurin mit Fotos, Terminen undundund.

Fucking in Love von Justine Pluvinage

Ein Dokumentarfilm in selbstgedrehter Amateuroptik: die Filmemacherin geht nach einer jahrelangen Beziehung, in der Sex zu einer Nebensache verkommen ist, nach New York, um sich und ihre Bedürfnisse dort neu zu entdecken. Mit toller Musik der Band Ellis Bell.

FUCKING IN LOVE – TEASER from justine pluvinage on Vimeo.

Leaving Africa von Iiris Härmä

Noch ein Dokumentarfilm, diesmal über die Freundschaft der Finnin Riitta und Kata aus Uganda, die in der Nähe von Kampala eine NGO aufgebaut haben, die die Bevölkerung aufklärt. In einem Land, in dem Homosexualität noch immer als Verbrechen gilt und Kondome für Viele gleichbedeutend sind mit Mord.

Not Safe For Work von Hendrik Schäfer

Ein Filmemacher kontaktiert den Internetuser Bluefrog, der exhibitionistische Bilder von sich ins Netz stellt. Bluefrog soll einen eigenen Porno inszenieren, Schäfer will ihn dabei dokumentarisch begleiten. Was die ganze Sache schwieriger macht als geplant: die beiden haben völlig unterschiedliche Vorstellungen vom Ergebnis.

NSFW teaser III from hendrik shepherd on Vimeo.

Hothouse & Dune Buddies von Hand in Hand Films

Siebziger Jahre Gayporn. Nicht unbedingt leicht, auf Youtube einen Trailer dafür zu finden. Aber in meinem Festivaltagebuch für filmosophie.com erwähne ich eine besonders gelungene Szene in Hothouse. Nachzulesen hier und immerhin zu hören hier:

Hier geht es zur offiziellen Website des Pornfilmfestivals und hier zur Facebook-Page.

© Katrin Doerksen

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