XAVIER GIANNOLI: MADAME MARGUERITE ODER DIE KUNST DER SCHIEFEN TÖNE

Madame Marguerite oder Die Kunst der schiefen Töne macht eine ganze Menge richtig: er besticht durch eine gelungene Besetzung, durch eine kühle, präzise fotografierte Ästhetik und macht seine Protagonistin nicht zur Witzfigur. Und doch schwant dem aufmerksamen Publikum nach einer Weile, dass da etwas ganz gewaltig nicht stimmt. Mehr zum neuen Film von Xavier Giannoli in meiner Kritik für filmosophie.com:

© Concorde Filmverleih GmbH

„…Es ist ein solcher Vortragsabend, an dem auch wir Zuschauer erstmals in den zweifelhaften Genuss ihrer gesanglichen Fähigkeiten kommen: Marguerite ist nicht imstande den Ton zu halten, geschweige denn Dynamik oder Gefühl in ihren Vortrag zu legen. Einen Arienschlager nach dem Anderen dreht sie durch die Mangel. Catherine Frot bestreitet mehrere Gesangsszenen in Madame Marguerite oder Die Kunst der schiefen Töne und behauptet sich darin als die wahre Künstlerin des Projekts: ihre Stimme mag von einer professionellen Sängerin gedoubelt worden sein, ihr Ausdruck überzeugt jedoch als der gänzlich Ihre. Blenden wir für einen Moment die kreischenden Töne aus, sehen wir eine Frau, die hart für ihre Berufung arbeitet: die die ausladenden Bewegungen der großen Opernsängerinnen ihrer Zeit haargenau abgeschaut hat, die eine naive Leidenschaft an den Tag legt, die auch trotz der albern auf ihrem Kopf wippenden Feder etwas in uns berührt. Xavier Giannoli zeigt seine Protagonistin als eine komplexe Frau, nicht als Witzfigur. Das ist ihm hoch anzurechnen. Aber dann kommen die übrigen Figuren ins Spiel…“

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