WEEKLY TRAILER-PICK: LILY

Warum ist das mit den Trailern eigentlich immer so ungerecht verteilt? Diese Woche war es wirklich schwer, etwas Gutes zu finden. Nächste Woche werde ich mich wahrscheinlich vor lauter frischen Sundance-Trailern kaum retten können. Aber immer schön der Reihe nach. Erstmal gibt es den Weekly Trailer-Pick dieser Woche.

Welchen Trailer habe ich mir ausgesucht?

Lily von Matt Creed ist die Geschichte der namensgebenden Heldin (Amy Grantham), die gerade erfolgreich eine Chemotherapie überstanden hat. Der Krebs ist besiegt – mit den Herausforderungen ist es aber trotzdem noch lange nicht vorbei.

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Was mich an dem Trailer neugierig macht:

Ich mag es, wenn ein Regisseur eine altbekannte Geschichte aus einer neuen Perspektive aufrollt. Oder sie nach dem Happy End einfach weitererzählt. Mit der überstandenen Chemo wären die meisten Krebsdramen wohl vorbei. Lily setzt genau an diesem Punkt ein. Und es scheint an diesem Problem schon etwas dran zu sein: wenn es Jahre lang mehr oder weniger nur ein Thema und einen Lebensmittelpunkt gab – und der fällt plötzlich weg, so fürchterlich er auch war. Wie geht es dann weiter?

Der Trailer zu Lily ködert mich aber auch mit seiner ungewöhnlichen Machart. Die kommt nämlich keineswegs sentimental daher, dafür aber sehr ehrlich, ruhig, fast schon lethargisch. In der ersten Einstellung sehen wir Lily direkt ins Gesicht – die Sekunden ziehen sich kaugummiartig, nehmen kein Ende. Wie oft bekommen wir sowas schon in einem Trailer zu sehen? Schließlich sind Trailer meist Zusammenschnitte der visuell spektakulärsten Momente, die ein Film zu bieten hat. Beim Tribeca Film Festival gab es positive Resonanzen auf Lily – jetzt kommt das Drama in den USA in die Kinos. Hier können wir wohl einmal mehr nur hoffen.

Andere sehenswerte Trailer der letzten Tage:
After the Fall von Saar Klein
Voyage vers la Mère von Mikhail Kosyrev-Nesterov
Period von Victor Quinaz
Da Sweet Blood of Jesus von Spike Lee
Putney Swope von Robert Downey Sr.

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