BEST-OF KINO 2014: PRESS REPLAY AND SHUFFLE

Pünktlich am Anfang des Dezembers kommen die ersten Rückblicke und Best-Ofs des Jahres 2014 rein. Und manchmal findet man da richtig tolle Compilations – und Erinnerungen daran, was man doch dringend noch nachholen wollte. Vor allem zwei Zusammenschnitte gefallen mir bisher besonders gut: die Video-Review von Scott Ewing und der Little White Lies-Countdown von David Ehrlich.

Während Ersterer in knappen fünf Minuten zahlreiche Filmausschnitte aneinanderreiht, Stimmungen kreiert und dabei sehr US-zentriert vorgeht, stellt Ehrlich ein komplettes Ranking zusammen und bezieht auch Filme aus anderen Regionen mit ein, vorrangig das europäische Arthouse-Kino. Und obwohl ich seinem Ranking nicht anstandslos zustimme, bin ich doch ein großer Fan des Videos, zum Beispiel wegen der überaus gelungenen Musikauswahl.

THE 25 BEST FILMS OF 2014: A VIDEO COUNTDOWN from david Ehrlich on Vimeo.

2014 Year in Review from scott ewing on Vimeo.

Wer diesen Blog regelmäßig liest, wird schon diverse Male darauf gestoßen sein, dass ich momentan sehr viel über Postcontinuity lese. Besonders in diesem Zusammenhang sind all die obligatorischen Video-Essays am Ende des Jahres immens spannend. Nun würde ich widersprechen, wenn jemand behauptete, der klassische Kinofilm würde vom Internet in direkter Linie abgelöst – trotzdem werden unsere Sehgewohnheiten zweifelsfrei durch das WWW und seine vielfältigen Möglichkeiten beeinflusst – und das verändert wiederum die Filme. Hier werden Szenen vollständig aus ihrem Bedeutungszusammenhang entrissen, fremde Musik drückt ihnen völlig neue Stimmungen auf und nicht selten erschaffen die Cutter mit ihrer Montage völlig neue Dramaturgien. Sie erzählen neue Geschichten und kreieren neue Bedeutungen. Was bedeutet die Repräsentationseben und vor allem die Narration im Film also noch? Sind es nicht ohnehin erst wir Zuschauer, die einen Sinn in die Bilder hineininterpretieren? Könnte auch einfach eine Maschine in einem Pool unterschiedlichster Filmschnipsel auf Shuffle drücken – und wir würden darin trotzdem noch eine Bedeutung erkennen?

Die Film-Reviews am Ende des Jahres sind eine interessante Chronik dessen, wo das Kino gegenwärtig steht. Und um den Text noch mit etwas Pathos zu beenden: nicht zuletzt erinnern sie mich immer wieder daran, warum ich den Film so sehr liebe.

0 Comments

Leave A Comment

Related Posts