WES ANDERSON: GRAND BUDAPEST HOTEL

Es hat mich schon richtig genervt. Wo auch immer man etwas über Wes Andersons Grand Budapest Hotel las, fiel das Wort „skurril“. Langsam befürchtete ich schon, der Film sei nichts anderes. Zum Glück wurde ich aber eines Besseren belehrt. Länge Ausführungen sind mal wieder für filmosophie.com entstanden, einen kleinen Auszug gibt es aber wie immer hier:

© 20th Century Fox
© 20th Century Fox

„…Als das letzte Mal ein Film mit der Einführung über ein Buch begann, handelte es sich um die Märchenverfilmung Die Schöne und das Biest und war eine Einstimmung auf die zwei Stunden innovationsbefreiter Klassik, die folgen sollten. Wes Anderson beweist hier, das Nostalgie ihre Wirkung aber nicht immer verfehlen muss. Das Grand Budapest Hotel präsentiert sich uns zu allererst in zuckerbäckerfeinen, bewegten Illustrationen wie aus einem Kinderbuch, wir nähern uns ihm und dann sind wir auch schon da. Unterschiedliche Bildformate weisen uns auf die jeweilige Zeit hin, in der die Sequenz spielt und plötzlich ist die Handlung in vollem Gange. Natürlich wird diese Welt von den typisch kauzigen Figuren des Anderson-Universums bevölkert: Lobby-Boy Zero Moustafa könnte mit seinem aufgemalten Kajalbärtchen wirklich nicht weniger ein vollwertiger Moustafa sein, Monsieur Gustave befremdet mit seiner Angewohnheit, mit all seinen Gästen zu schlafen und Madame D. traut man sich beinahe nicht in die gruselig trüben Augen zu schauen. Hier kommen wir auch schon zu einem weiteren Punkt, den ich in Kritiken über Grand Budapest Hotel immer wieder lesen konnte: wegen der artifiziellen, distanzierenden Ironie und der eine Spur zu verrückten Figuren fühle man sich durch den Film nicht berührt, hieß es. Ich kann den Einwand durchaus nachvollziehen. Und doch regt sich bei mir die Frage: was soll das eigentlich sein, dieses Berührt Sein? Wenn mich ein Film so vereinnahmt, dass ich ihm ohne gedankliche Abschweifungen bis ans Ende folge und danach in der Lage bin, mich schriftlich mit ihm auseinanderzusetzen, wenn ich vielleicht sogar an der einen oder anderen Stelle gelacht habe, wurde ich dann nicht ausreichend affiziert?…“

Mehr zu lesen gibt es hier.

1 Comment

Leave A Comment

Related Posts