REISEN IM KOPF BILDET AUCH

Was haben wir in diesem Jahr für ein Glück mit dem Januar. Normalerweise ist das der Monat, in dem ich regelmäßig in ein schwarzes Winterloch falle, denn der Himmel ist grau, die Schneereste matschig und die Temperaturen unter dem Nullpunkt festgefroren. Dieses Jahr ist es glücklicherweise ein wenig anders, trotzdem trifft mich aber wieder einmal das Fernweh und da kann ich nur sagen: was für ein Glück, dass es Vimeo gibt. Ok, ein bisschen sind die Reisevideos, die ich mir dort immer wieder gern anschaue, auch Folter. Aber sie machen auch Lust auf mehr. Vor gut einem Jahr habe ich erstmals meine Favoriten zusammengestellt, später folgte ein zweiter Text über den Fernweh-Kompensator. Und nun ist Zeit für Nummer Drei.

Was wäre ein Reisevideo-Blogpost ohne meinen allerliebsten Vimeo-Kontakt Vincent Urban? 2013 war der Filmemacher glücklicherweise wieder viel mit seinen zwei obligatorischen Reisepartnern unterwegs und hat dabei allerhand tolle Aufnahmen gemacht: Marokko und New England gehörten zu den Reisezielen – und außerdem uploadete er auch einen neuen Zusammenschnitt der Bilder aus Südamerika, der den dort überall so kräftig pfeifenden Wind in den Vordergrund rückt. Generell scheint Herr Urban mit seinen Videos mittlerweile einen etwas politischeren Stil zu verfolgen und nutzt nicht nur extradiegetische Musik, sondern auch Interviewfetzen. Das Video aus New England, das übrigens während der Zeit des Government Shutdowns entstand, erhält auf diese Weise gleich noch eine ganz andere Dimension.

Ein weiterer Favorit ist hingegen der Amerikaner Paul Wex. Auch er ist auf Reisen scheinbar alles andere als ein gedankenloser Touristenfilmer. Der Fokus in seinem Video über Kuba liegt auf den Menschen. Er zeigt viel Schönheit und Lebensfreude, lässt dabei aber auch immer wieder spüren, wie sehr dieses Land und seine Leute gebeutelt sind.

Ich bin zugegeben nicht der allergrößte Fan von Timelapses, denn mittlerweile probiert jeder zweite Fotograf und Filmemacher diesen Stil aus und trotzdem ist es nicht gerade leicht, inmitten der schieren Fluten wirklich gute Timelapse-Aufnahmen zu finden. Das Video von Shane Black, der für eine Reihe von Fotografie-Workshops quer durch die USA reiste, ist aber definitiv so eines. Er findet so atemberaubende Standorte und Ausblicke und verbindet diese dann auch noch so geschickt miteinander, dass wir uns beim Anblick des Resultates ganz winzig klein auf dieser großen Erde in diesem großen Universum vorkommen.

Das nächste Video ist rundum ungewöhnlich in einer von mir zusammengestellten Auswahl, denn es handelt sich um das Dokument eines Familienurlaubs inklusive Kinder. Und noch zu allem Übel ist es keine aufwendige DSRL-Produktion, sondern setzt sich aus Fotos und Clips zusammen, die mit einem handelsüblichen iPhone aufgenommen wurden. FKY versteht es aber, ihre Arbeiten so genial auf die Musik zu schneiden, dass man sich wünscht, es würde mit ihrem spanischen Sommer noch ewig so weitergehen.

Im nächsten Beitrag wird es wieder wesentlich ruhiger. Max Smith präsentiert mit A Sense of Place den ersten Teil einer Reihe, die dem Publikum die wilden und rauen Landschaften Großbritanniens näher bringen soll und beginnt damit im wunderschön stimmungsvollen Argyll Forest Park. Wenn ich all die detaillierten Großaufnahmen von Eichhörnchen und Rehen sehe, möchte ich nicht wissen, wie lange die Filmerei in den Wäldern dort gedauert haben muss. Gelohnt hat es sich allerdings in jedem Fall.

Zu guter Letzt noch einmal eine Portion Lebensfreude. Und erneut führt uns unser Weg nach Marokko (sowie Mexiko) – diesmal allerdings mit dem Fokus auf die vielfältigen kulinarischen Vorzüge des jeweiligen Ortes. So wie es sich für die Videos von The Perennial Plate ja auch gehört. Hunger.

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