FROHE CINEASTISCHE WEIHNACHTEN – DIE L’ÂGE D’OR-TOPLISTE

Eigentlich sollte in diesem Jahr alles ganz anders laufen. Eigentlich wollte ich die Adventszeit dazu nutzen, mindestens zehn typische Weihnachtsfilme nachzuholen, die scheinbar alle schon gesehen haben – außer mir. Dass das zeitlich so richtig nichts wird, war im Grunde von Vornherein klar, und so habe ich zwar auf eine konkrete Challenge verzichtet, aber trotzdem ein paar einzelne Streifen nachgeholt: darunter den liebenswerten Animationsfilm Nightmare Before Christmas und den Puppenklassiker Die Muppets Weihnachtsgeschichte. Und dann gibt es natürlich noch die Filme, auf die ich aus den verschiedensten Gründen (meist Nostalgie) zu Weihnachten einfach nicht verzichten mag. Und die liste ich hier einfach mal auf.

Platz 6 – Die Heiden von Kummerow und ihre lustigen Streiche von Werner Jacobs

Mit diesem Film verbinde ich Fernsehabende mit meinen Großeltern, die sich über Die Heiden von Kummerow immer schlapp gelacht haben. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so recht, wieso dieser Streifen jeden Heiligabend aufs Neue ausgestrahlt wird, denn die meiste (oder die komplette?) Zeit darin ist es Sommer. Trotzdem gibt es einfach herrlich viel Klamauk und Slapstick in diesem Film und ich würde mich sogar ganz weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass Die Heiden von Kummerow eine bunte und locker-flockige Version von Das Weiße Band ist.

© Constantin Film
© Constantin Film

Platz 5 – Die Sissi-Trilogie von Ernst Marischka

Ja, an dieser Stelle ziehe ich wahrscheinlich so einigen Spott auf mich. Aber ich weiß nicht, wieviele Stunden meiner frühen Kindheit ich damit verbracht habe, in den langen Röcken meiner Mama diese Trilogie rauf- und runterzuschauen. Die Sucht ist verflogen, um Weihnachten herum muss es trotzdem meist einmal sein und dann werden gnadenlos sämtliche Dialoge in schönster Heimatfilm-Manier mitgesprochen. Besonders der zweite Teil hat es mir angetan – und gelernt hab ich dadurch auch was: die ungarische Nationalhymne.

© Beta Film
© Beta Film

Platz 4 – Schöne Bescherung von Jeremiah S. Chechik

Das erste Mal sah ich Schöne Bescherung während der Adventszeit vor Jahren in der Schule. Im Vorfeld war da sehr viel Skepsis, denn ein Großteil der in der Schule gesehenen Filme waren zumindest aus damaliger Perspektive ein eher ein zweifelhaftes Vergnügen. Die Familie Griswold hat mich dann aber doch außerordentlich schnell mitgerissen und bei der Komplettilluminierung des Hauses mitfiebern lassen. Außerdem ist es toll, heute etablierte Darsteller wie Juliette Lewis oder Johnny Galecki in ihren frühen Rollen zu sehen.

© Warner Home Video
© Warner Home Video

Platz 3 – Der Kleine Lord von Jack Gold

Hach, trotz aller Continuity-Fehler und des triefenden Schmalzes ist dieser Film einfach irrsinnig herzerweichend und mein Papa und ich verdrücken jedes Jahr unsere Tränchen um die Wette. Außerdem ist der große Alec Guinness in der Rolle des langsam auftauenden Geizknochens eine wahre Augenweide.

© Telepool
© Telepool

Platz 2 – Wer ist Mr. Cutty? von Donald Petrie

Diese kleine Komödie aus den 90er ist bis heute sträflich unterschätzt und schon beinahe wieder vergessen. Dabei sind da zum einen großartige Schauspielerinnen (Whoopi Goldberg, Diane Wiest oder die immer sehr unterhaltsame Lainie Kazan), andererseits ein für einen Weihnachtsfilm doch ziemlich originelles Setting (die Wall-Street). Ich sehe mir einfach immer wieder gern an, wie sich die gewiefte Bankerin Whoopie ihren Weg durch die machodominierte Finanzwelt bahnt und dabei den ein oder anderen cleveren Trick anwendet, um betreffende Herren mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

© PolyGram
© PolyGram

Platz 1 – Drei Haselnüsse für Aschenbrödel von Václav Vorlícek

Ach ja. Tagelange Ohrwürmer von der schönen Musik und ewiges Hängenblieben in den dritten Programmen, in denen Drei Haselnüsse für Aschenbrödel während der Weihnachtszeit immer wieder ausgestrahlt wird. Wahrscheinlich gehört dieser tschechische Streifen zu meinen meistgesehenen Filmen überhaupt. Und neben Romantik und Komik hat er außerdem äußerst interessante und starke Frauenfiguren zu bieten. Das habe ich allerdings schon vor genau einem Jahr ausführlich besprochen.

© WDR
© WDR

Und jetzt wünscht l’âge d’or allen Weihnachts-Feiernden ein Frohes Fest!

0 Comments

  • 4 Jahren ago

    Ich kenne davon nur „Schöne Bescherung“ – und damit ist mein Weihnachtsprogramm auch schon ganz gut ausgefüllt. Dass die restlichen Filme ebensolche Klassiker sind, ist mir aber zumindest bewusst… 🙂

    • 4 Jahren ago

      „Schöne Bescherung“ trifft ja auch voll auf die Zwölf – eigentlich reicht der schon. 🙂

  • 4 Jahren ago

    Hm. Also so wie mein Halloween, wo ich auch keinen der Filme gesehen habe, die ich wollte. 😀
    Von deinen Vorschlägen ist mir tatsächlich keiner geläufig. Ich weiß zwar von früher so manches, daß Sissi schon bisschen kitschig für einen kleinen Affen ist, Schöne Bescherung nicht meinen Humor traf oder der kleine Lord mir sehr unbequem oder ungemütlich in Erinnerung geblieben ist, aber so richtig gegenwärtig sind diese mir nicht.

    • 4 Jahren ago

      Haha, ja das ist eben eine extrem nostalgische Liste. Diese Filme schaue ich natürlich ganz anders, als wenn ich sonst im Kino sitze. Aber jeder hat wohl so seine Leidenschaften entgegen jeder Vernunft. 😀

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