KATRIN GEBBE: TORE TANZT

Schon im Vorfeld war ich mir gar nicht so sicher, ob ich Tore tanzt, das Regiedebüt der Regisseurin Katrin Gebbe und den einzigen deutschen Beitrag auf dem diesjährigen Filmfestival in Cannes, überhaupt sehen wollte. Dass der Streifen in der Reihe Un Certain Regard lief, machte ihn sicherlich vielversprechend. Die Thematik allerdings, die klang nicht gerade nach einem Feelgoodmovie. Und das auf den frühen Mittwochmorgen. Wie erwartet, weckte Tore tanzt in mir eine paradoxe Reaktion. Aber lest selbst in meiner Kritik für filmosophie.com.

© rem
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„…Tore tanzt, so viel kann ich mit Sicherheit sagen, hat bei mir eine reichlich paradoxe Reaktion ausgelöst. Denn das Pauschalurteil, das ich im ersten Absatz über den deutschen Film gefällt habe, trifft auf das Debütwerk von Katrin Gebbe schon mal nicht zu. Tore tanzt ist mutig, und das stilistisch wie inhaltlich. Viel mehr deutsche Filme dieser Art wünsche ich mir zukünftig – und doch will ich den Streifen nicht noch einmal sehen müssen. Denn Tore tanzt bringt dich an deine psychischen und physischen Grenzen. Es ist gar nicht so, dass die Regisseurin hier in die brachiale Stilmittelkiste des Splatterhorrors greift, auch wenn Blut in gewisser Dosierung natürlich fließen muss. Vielmehr schafft sie eine wirkungsvolle Balance zwischen dem Zeigen ungeheuerlicher menschlicher Abgründe und dem bloßen Andeuten, was die Projektoren in den Gehirnen ihrer Zuschauer nur noch viel gewaltiger rattern lässt. Schnitt, Soundtrack, eine oft den voyeuristischen Blick suchende Kamera – alles ist darauf ausgelegt, von Anfang an eine bedrückende Atmosphäre der permanenten Bedrohung, des mentalen Terrors zu schaffen…“

Weiterlesen könnt ihr hier.

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